Wer ein Musikinstrument gebraucht kauft, schaut meistens zuerst auf den Preis. Verständlich, denn gerade bei hochwertigem Equipment kann der Abstand zum Neupreis erheblich sein. Der interessantere Punkt ist allerdings der Zustand. Ein Instrument kann deutliche Kratzer haben und technisch völlig in Ordnung sein. Ein anderes sieht auf den ersten Blick fast neu aus, braucht aber eine Reparatur oder eine gründliche Einstellung.
Deshalb lohnt es sich, bei gebrauchten Musikinstrumenten etwas genauer hinzusehen. Das gilt für Gitarren genauso wie für Verstärker oder Schlagzeuge. Die entscheidenden Stellen sind dabei je nach Instrument völlig andere.
Wann sich ein gebrauchtes Musikinstrument lohnt
Viele Instrumente sind für eine deutlich längere Nutzungsdauer gebaut, als ihre ersten Besitzer sie tatsächlich spielen. Eine gute Gitarre wird durch ein paar Jahre Nutzung nicht automatisch schlechter. Ein Verstärker ist nicht verbraucht, nur weil sein Gehäuse Transportspuren zeigt. Bei einem Schlagzeug können Felle gewechselt und Verschleißteile ersetzt werden, während Kessel und Hardware noch lange ihren Dienst tun.
Das macht gebrauchte Musikinstrumente interessant, wenn du für dein Budget mehr Auswahl haben möchtest oder gezielt nach einem bestimmten Modell suchst. Einen Überblick über aktuell verfügbares Equipment findest du bei Gear Treasure unter Gitarren und Bässe, Verstärker und Boxen sowie Schlagzeuge.
Beim Preisvergleich solltest du trotzdem nicht einfach Neupreis minus Rabatt rechnen. Alter, Zustand, Lieferumfang und mögliche Reparaturen verändern den tatsächlichen Wert. Fehlt bei einer Gitarre beispielsweise der ursprüngliche Koffer, ist das etwas anderes als eine kleine Macke im Lack. Bei einem Verstärker kann ein beschädigter Bezug optisch störend sein, während verschlissene Röhren konkrete Folgekosten verursachen.
Gebrauchsspuren sind nicht automatisch ein Mangel
Kratzer fallen auf Fotos schnell ins Auge. Für die Funktion eines Musikinstruments sind sie häufig zweitrangig.
Eine kleine Schramme auf der Rückseite einer E-Gitarre verändert weder die Bundreinheit noch die Funktion der Tonabnehmer. Abnutzung am Tolex eines Gitarrenverstärkers sagt wenig darüber aus, ob Potis, Buchsen und Lautsprecher sauber arbeiten. Bei einem Schlagzeug sind Spuren an Spannreifen oder Hardware nach häufigem Auf- und Abbau normal.
Interessanter sind Stellen, an denen Verschleiß die Spielbarkeit oder den Klang beeinflussen kann.
Bei Gitarren gehören dazu der Hals und die Bünde. Auch die Mechaniken, Elektronik und Brücke verdienen einen Blick. Bei Verstärkern sind Buchsen, Regler und Lautsprecher wichtiger als ein optisch perfektes Gehäuse. Bei einem akustischen Schlagzeug solltest du besonders auf Kessel, Gratungen und die Funktion der Hardware achten.
Eine gute Zustandsbeschreibung trennt deshalb kosmetische Spuren von technischen Problemen.
Was eine gute Produktbeschreibung verraten sollte
Beim Online-Kauf kannst du das Instrument nicht selbst in die Hand nehmen. Fotos und Beschreibung übernehmen einen Teil dieser Aufgabe.
Aussagen wie „gebraucht“ oder „guter Zustand“ helfen dabei nur begrenzt. Zwei Menschen können unter einem guten Zustand etwas völlig anderes verstehen. Sinnvoller sind konkrete Angaben: Wo befinden sich Kratzer? Wie stark sind die Bünde gespielt? Gibt es Veränderungen am Instrument? Funktionieren Elektronik und Hardware? Gehören Koffer, Tasche oder anderes Zubehör zum Angebot?
Fotos sollten gerade bei gebrauchten Instrumenten keine reine Präsentation sein. Sie sind Teil der Zustandsbeschreibung. Gebrauchsspuren dürfen darauf zu sehen sein.
Bei Gear Treasure werden die angebotenen Instrumente deshalb nach einer festen Zustandsklassifizierung eingeordnet. Bei Gitarren reicht sie von Exemplaren ohne erkennbare Mängel über Instrumente mit leichten kosmetischen Spuren bis zu deutlich genutztem Gear. So lässt sich besser unterscheiden, ob eine Macke einfach zum bisherigen Einsatz gehört oder ob der Zustand beim Kauf genauer berücksichtigt werden muss.
Gebrauchte Gitarre kaufen: Entscheidend ist die Spielbarkeit
Bei einer gebrauchten Gitarre verdient der Hals meist mehr Aufmerksamkeit als der Lack.
Ein gerader beziehungsweise sinnvoll einstellbarer Hals ist die Grundlage für eine vernünftige Saitenlage. Auch die Bünde sollten betrachtet werden. Leichte Spielspuren sind bei einem gebrauchten Instrument normal. Starke Kerben können irgendwann eine Abrichtung oder einen Austausch nötig machen.
Bei elektrischen Gitarren kommt die Elektronik hinzu. Potis sollten sich bedienen lassen, Schalter zuverlässig arbeiten und die Ausgangsbuchse sollte keinen Wackelkontakt haben. Eine kleine Lackmacke am Korpus ist dagegen meist eine rein optische Frage.
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Stellen du bei Hals, Bünden, Elektronik und Hardware beachten solltest, findest du dazu unseren ausführlichen Ratgeber Gebrauchte Gitarre kaufen: So erkennst du ein gutes Instrument.
Wenn du nach einem passenden Instrument suchst, findest du die verfügbaren Modelle in den Kollektionen für E-Gitarren und Akustikgitarren. Die übergeordnete Kategorie Gitarren und Bässe bündelt beide Bereiche.
Bei gebrauchten Verstärkern zählen andere Stellen
Ein Verstärker wird auf Tour, im Proberaum oder bei regelmäßigen Shows ganz anders beansprucht als eine Gitarre. Das Gehäuse bekommt beim Transport schnell Spuren. Kugelecken können Kratzer zeigen, Tolex kann an einzelnen Stellen beschädigt sein.
Solche Gebrauchsspuren sind sichtbar, sagen über die Funktion des Amps aber zunächst wenig aus.
Technisch interessanter ist, ob Regler beim Drehen stark kratzen, Buchsen zuverlässig Kontakt halten und der Verstärker ohne ungewöhnliche Aussetzer arbeitet. Bei Röhrenverstärkern kommt der Zustand der Röhren hinzu. Röhren sind Verschleißteile und können im Laufe der Zeit einen Austausch benötigen.
Auch der Lautsprecher gehört zur Prüfung. Nebengeräusche und mechanisches Scheppern verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein Kratzer an der Rückwand.
Wenn du einen gebrauchten Verstärker suchst, lohnt sich der Blick in die Kollektion Verstärker und Boxen. Dort findest du auch die entsprechenden Unterkategorien für verschiedene Instrumente und Einsatzzwecke.
Was bei gebrauchten Schlagzeugen zählt
Ein gebrauchtes Schlagzeug sieht fast zwangsläufig gespielt aus. Stockspuren auf Fellen sind dabei wenig überraschend. Felle gehören ohnehin zu den Teilen, die Musiker regelmäßig wechseln.
Bei den Kesseln sieht die Sache anders aus. Die Gratungen, auf denen die Felle aufliegen, sollten in brauchbarem Zustand sein. Beschädigungen an dieser Stelle können das Stimmen erschweren. Spannböckchen und Gewinde müssen funktionieren, damit sich das Fell sauber auf Spannung bringen lässt.
Auch die Hardware erzählt einiges über die bisherige Nutzung. Ein Stativ mit ein paar Kratzern im Chrom kann noch viele Jahre zuverlässig funktionieren. Defekte Gewinde, verbogene Teile oder nicht mehr klemmende Verbindungen sind dagegen funktionale Probleme.
Bei gebrauchten Becken lohnt sich ein genauer Blick auf Mittelloch und Rand. Kleine optische Spuren sind etwas anderes als beginnende Risse.
Aktuell verfügbares Drum-Equipment findest du in der Kategorie Schlagzeuge, von kompletten Sets bis zu Hardware, Becken und weiterem Zubehör.
Gebrauchte Musikinstrumente aus professionellem Einsatz
Ein Instrument, das professionell genutzt wurde, kann auf den ersten Blick stärker gebraucht aussehen als ein Instrument, das jahrelang im heimischen Musikzimmer stand. Transport und häufiges Aufbauen hinterlassen Spuren.
Das ist bei einem Teil des Equipments von Gear Treasure der Hintergrund. Die Instrumente und Geräte stammen aus professionellem Touring-Einsatz und wurden nach einer gewissen Nutzungszeit durch neues Equipment ersetzt. Mehr zum Hintergrund des Shops findest du unter Wir über uns.
Gerade bei solchem Gear lohnt sich die Trennung zwischen Optik und Funktion. Ein Verstärkergehäuse mit Schrammen kann technisch einwandfrei arbeiten. Eine Gitarre mit Spielspuren am Korpus kann sich hervorragend einstellen lassen. Für manche Musiker sind solche Spuren völlig nebensächlich, andere suchen gezielt nach einem möglichst makellosen Instrument.
Beides ist legitim. Entscheidend ist, dass du vor dem Kauf weißt, was dich erwartet.
Gebraucht oder B-Ware?
Die Begriffe werden im Handel gelegentlich durcheinandergebracht.
Ein gebrauchtes Musikinstrument war bereits im Einsatz. Wie intensiv, lässt sich aus dem Begriff allein nicht ableiten. B-Ware kann einen anderen Hintergrund haben, etwa weil ein Artikel ausgepackt wurde oder optische Abweichungen aufweist.
Für den Kauf ist die Bezeichnung deshalb weniger hilfreich als die konkrete Beschreibung des einzelnen Instruments.
Ein ordentlich dokumentiertes gebrauchtes Instrument kann für dich leichter einzuschätzen sein als ein pauschal als B-Ware bezeichnetes Produkt ohne nähere Angaben. Schau deshalb auf den tatsächlichen Zustand und nicht allein auf das Etikett.
Wie du Preise sinnvoll vergleichst
Bei zwei scheinbar identischen Instrumenten kann ein Preisunterschied durchaus gerechtfertigt sein. Ein mitgelieferter Originalkoffer hat einen Wert. Frische Verschleißteile können einen Unterschied machen. Auch Zustand und Ausführung eines Modells spielen hinein.
Hilfreich ist deshalb der Vergleich mit demselben Modell oder zumindest derselben Baureihe. Ein ähnliches Instrument einer anderen Serie sagt über den Marktwert nur begrenzt etwas aus.
Rechne mögliche Folgekosten mit ein. Eine gebrauchte Gitarre, die etwas teurer ist und sofort gespielt werden kann, kann am Ende günstiger sein als ein vermeintliches Schnäppchen, bei dem Bünde, Elektronik oder Mechaniken überarbeitet werden müssen.
Gebrauchte Musikinstrumente online kaufen
Beim Online-Kauf gibt es einen einfachen Grundsatz: Je genauer du den Zustand vor der Bestellung einschätzen kannst, desto besser.
Sieh dir die Fotos in Ruhe an. Lies nicht nur die technischen Daten, sondern auch die Angaben zu Gebrauchsspuren. Prüfe, was zum Lieferumfang gehört. Bei einem gebrauchten Instrument ist die individuelle Produktbeschreibung wichtiger als der allgemeine Herstellertext zum Modell.
Gear Treasure arbeitet bei der Einordnung der Instrumente mit den Zuständen Pristine, Very Good, Good, Fair und Not Too Bad. Welche Merkmale hinter diesen Einstufungen stehen, kannst du in der Zustandsklassifizierung nachlesen.
So lässt sich schon vor der Bestellung einschätzen, ob du ein möglichst sauberes Instrument suchst oder ob sichtbare Spuren für dich in Ordnung sind.
Am Ende muss ein gebrauchtes Musikinstrument vor allem zu dem passen, was du damit vorhast. Für ein Instrument, das regelmäßig auf die Bühne soll, können kleine Lackspuren vollkommen unwichtig sein. Wer ein bestimmtes Modell sammeln möchte, wird dieselben Spuren möglicherweise anders bewerten.
Genau deshalb lohnt es sich, bei gebrauchten Instrumenten nicht nach „perfekt“ zu suchen, sondern nach einem Zustand, der zum eigenen Einsatz und zum Preis passt.